Im Gegensatz zu allen anderen Verfahren handelt es sich bei der heterologen Insemination um ein Verfahren, bei dem bewusst ein Dritter zur Erfüllung des Kinderwunsches herangezogen wird. Andere Begriffe für die heterologe Insemination sind auch "Samenspende", AID (artifizielle Insemination durch Donor)" und "donogene Insemination".
Seit der Entwicklung neuer Verfahren, wie ICSI (intracytoplasmatische Spermieninjektion) ist die Bedeutung der heterologen Inseminstion zurückgegangen.
Indikationen Medizinische Gründe zur Anwendung von Fremdsamen sind:
- Wenn beim Mann keine befruchtungsfähige Samen vorhanden ist (Azoospermie) und auch im Hoden keine Spermienproduktion feststellbar ist.
- Genetische Erkrankungen des Mannes
- Bestimmte Infektionserkrankungen
Spenderauswahl Ein geeigneter Spender sollte durchschnittlich intelligent sein, eigene Kinder haben und dem Phänotyp des Ehemannes ähneln. Erfolgsraten Die Schwangerschaftsrate pro Zyklus liegt zwischen 20% und 25%. Die kummulative Schwangerschaftsrate nach max. 4 Zyklen beträgt etwa 65%. |
Rechtslage Die Samenspende ist in Deutschland aus rechtlicher Sicht uneingeschränkt möglich. Allerdings ist die IVF (In-Vitro-Fertilisation) mit Spendersamen im Bereich vieler Landesärztekammern berufsrechtlich untersagt. Wissenschaftlichen Organisationen und Gerichtsurteile geben hier folgende Ricthlinien: - Die Zusage der Anonymität an den Spender ist sittenwidrig
- Die Anwendung von Samencocktails und
- die Vereitelung der Feststellung der Personalien des Spenders
gilt als Verletzung des Persönlichkeitsrechtes des Kindes. In diesem Fall kann der Arzt u.U. zu Schadenersatz herangezogenwerden. Durchführung Heutzutage kommt nur noch eingefrorenes Sperma (Kryosperma) zur Anwendung, auch wenn die Erfolgsraten damit etwas niedriger liegen. Der Grund dafür sind die regelmäßigen Untersuchungen der Spender auf bestimmte Erkrankungen, denen sich diese unterziehen müssen. Dazu gehören HIV-Infektionen und Lues. Weiterhin sind empfohlen Hepatitis B und C und CMV-Screening. Die Insemiation erfolgt in der Regel im Spontanzyklus, außer, wenn bei der Frau spezielle Risiken vorliegen. Risiken Durch die Insemination im Spontanzyklus gehört auch die heterologe Insemination zu den risikoärmsten Varianten der assistierten Reproduktion. |