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Immunmodulation
 

Eine inadäquate maternale Immunantwort auf fetale Antigene wird nach wie vor als Ursache habitueller Aborte postuliert. Diverse Therapieansätze zielen auf die Dämpfung der postulierten überschießenden maternalen Immunreaktion. Zu den eingesetzten Substanzen gehören intravenöse Immunglobuline, Glukokortikoide und gegen das Zytokin TNF? gerichtete Substanzen. Für keinen dieser Therapieansätze ist ein positiver Effekt im Hinblick auf eine Reduktion der Abortraten erwiesen.

Eine Cochrane-Analyse von mehr als 20 Studien fand keine Evidenz für eine Steigerung der Lebendgeburtenrate durch verschiedene Formen einer Immuntherapie wie z.B. Immunisierung der Mutter mit paternalen Lymphozyten oder Fremdlymphozyten, Infusion von Trophoblastmembranen oder intravenöse Gabe von Immunglobulinen (11). Dagegen sind anaphylaktische Reaktionen, Fieber und Muskelschmerzen dokumentierte Nebenwirkungen bei der intravenösen Gabe von Immunglobulinen. Die wiederholte Gabe von Glukokortikoiden ist mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburtlichkeit, Präeklampsie und Gestationsdiabetes assoziiert. Die Gabe von Anti-TNF?-Substanzen beeinflusst neben der Immunsituation in der Gravidität essentielle Vorgänge wie Zellproliferation und Apoptose und kann massive Nebenwirkungen hervorrufen (z.B. Herzinsuffizienz und lupusartige Symptome).