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Kryokonservierung von Ovarialgewebe
 

Die Kryokonservierung von Ovarialgewebe kann unabhängig von der Zyklusphase erfolgen und ist deshalb auch innerhalb eines kurzen verfügbaren Zeitrahmens durchführbar.

Gewinnung des Gewebes

In der Regel werden Teile des äußeren Eierstocks eines oder beider Ovarien im Rahmen einer Lapraskopie entfernt. Dies ermöglicht im Vergleich zur ovariellen Stimulation und Follikelpunktion die Gewinnung wesentlich größerer Zahlen an Eizellen, die zwar nicht ausgereift sind, aufgrund verschiedener physiologischer Charakteristika aber eine geringere Kryosensitivität als reife Eizellen haben.

Nach Beendigung der onkologischen Therapie bestehen grundsätzlich die Möglichkeiten der

  • In-vivo-Kultur oder
  • In-vitro-Kultur sowie der
  • Retransplantation des kryokonservierten Ovarialgewebes.

Bei onkologischen Grunderkrankungen mit einer signifikant erhöhten Gefahr der Bildung von Metastasen in den Eierstöcken sollte eine Retransplantation nicht durchgeführt werden.

Xenotransplantation
Die Xenotransplantation des kryokonservierten Ovarialgewebes auf immunsupprimierte Tiere zur Gewinnung von in vivo gereiften Eizellen könnte in diesen Fällen zukünftig eine Möglichkeit darstellen. Dieses Verfahren befindet sich ebenso wie die In-vitro-Maturation im experimentellen bzw. Optimierungsstadium.

Möglichkeiten der Rücktransplantation des Ovarialgewebes
Hauptsächliches Ziel der Kryokonservierung von Ovarialgewebe ist die Zurückverpflanzung (Retransplantation) des Gewebes in den Körper im Falle eines Versagens der Ovarialfunktion nach der Therapie.

Es sind verschiedene technische Varianten der Retransplantation beschrieben, die sich jedoch sämtlich noch in der Erprobung befinden.
Eine Wiederaufnahme der hormonellen Funktion des retransplantierten Gewebes wurde mittlerweile vielfach dokumentiert, wobei diese jeweils nur für einige Monate Bestand hatte. Bisher wurden weltweit 5 klinische Schwangerschaften nach Retransplantation von Ovarialgewebe berichtet, von denen 3 in einer Geburt und 2 als Abort endeten.

Ebenso wie die In-vitro-Maturation muss auch die Kryokonservierung von Ovarialgewebe derzeit als experimenteller Ansatz gesehen 

Entscheidend ist bei allen beschriebenen Verfahren die Weiterentwicklung der kryobiologischen Techniken und der benötigten Kulturmethoden. Dies setzt eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Biologen, Kryobiologen und Reproduktionsmediziner voraus.