StartseiteSprechstundeTeamKooperationspartnerLeistungenAnfahrt      
Der Weg zum WunschkindAssistierte FortpflanzungFertilitätserhaltHormonstörungenWiederholte FehlgeburtenLebensführungTCM
Home >> Fertilitätserhalt >> Medikamentöse Ovarprotektion

Medikamentöser Schutz der Ovarien
 

Dieser Therapieansatz leitet sich aus der Beobachtung ab, dass nach Strahlen- und/oder Chemotherapie bei Patientinnen vor der Pubertät eine deutlich geringere Schädigung der Eierstöcke zu beobachten ist.
Die Idee ist, durch Medikamente ein Hormonmilleu herzustellen, das dem eines Mädchens vor der Pubertät entpricht und damit die Eierstöcke vor Schädigung zu schützen.

In diesem Zusammenhang wird hauptsächlich der Einsatz von GnRH-Analoga und oralen Kontrazeptiva (hormonelle Verhütungsmittel) diskutiert.

Beide Therapieansätze zielen auf die Verminderung des gonadotropinsensitiven Follikelpools, der vermehrt teilungsaktiv und deshalb vermehrt chemotherapeutikasensibel ist. Als weiteren  Begleitfaktor zum Schutz des Ovars wird bei der Gabe von GnRH-Analoga eine Minderdurchblutung des Ovars durch den niedrigen Östrogenspiegel angenommen, wodurch auch weniger Chemotherapeutika in das Eierstockgewebe kommen.

Der Einsatz von GnRH-Analoga und oralen Kontrazeptiva
ist zwar vielversprechend, aber noch experimentell.

Ergebnisse klinischer Studien
Die Studienlage zum Einsatz von GnRH - Analoga unter Chemotherapie ist derzeit noch unzureichend.
In einer prospektiven Studie an 108 Patientinnen mit hämatoonkologischen und Autoimmunerkrankungen im Alter von 14-40 Jahren, die parallel zur Chemotherapie GnRH-Analoga erhielten, konnte bei 93,3% eine zyklische Ovarialfunktion erhalten werden, während dies in der altersgleichen Kontrollgruppe nur bei 46,3% der Fall war.

In einer retrospektiven Studie an Patientinnen mit frühem Hochrisikomammakarzinom war nach Beendigung der Chemotherapie und Gabe von GnRH-Analoga über 12 bzw. 24 Monate bei 100% der Patientinnen unter 40 Jahre und bei 56% der Patientinnen über 40 Jahre eine Menstruation nachweisbar.

Trotz dieser ermutigenden Resultate muss die Applikation von GnRH-Analoga wie auch oraler Kontrazeptiva zur Ovarprotektion bis zum Vorliegen prospektiv randomisierter Studien mit adäquaten Nachbeobachtungszeiten als experimentell eingestuft werden.
Entsprechende Untersuchungen laufen zur Zeit.