Das in den Eierstöcken produzierte Gelbkörperhormon Progesteron induziert die sekretorische Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, die essentiell für die Einnistung des Embryos ist.
Basierend auf der Annahme eines relativen Progesteronmangels in der Phase nach dem Eisprung und in der Frühschwangerschaft als Ursache von Aborten wird seit Jahrzehnten eine Progesteronsubstitution empfohlen. Andere Namen: Corpus-Luteum-Hormon, Schwangerschaftshormone, Gelbkörperhormone
Was sind Gestagene? Das natürlich vorkommende Gestagen ist das Progesteron. Es wird in den Eierstöcken nach dem Eisprung gebildet. Nach dem Platzen des Follikels und Ausstoßung des Eis bildet sich der geplatzte Follikel in den Gelbkörper (Corpus luteum) um, der dann die Produktion des Progesterons aufnimmt. |
Klinische Belege zur Wirksamkeit bei wiederholten Spontanaborten Die Aussagen klinischer Studien zu diesem Thema sind nicht eindeutig. Zwei Metaanalysen zeigten keinen Effekt einer Progesterontherapie auf die Frequenz von Spontanaborten. Eine Analyse der Untergruppe von Patientinnen mit habituellen Aborten zeigte jedoch eine signifikante Reduktion der Abortrate unter Progesteronsubstitution im Vergleich zur Placebo- und zur nichttherapierten Kontrollgruppe.
Aktuelle Empfehlungen zu Dosierung und Applikationsweg der Gestagene existieren nicht.
Alternative Therapieansätze Als alternative Therapieansätze bei Lutealphasendefekt werden die Gabe von humanem Choriongonadotropin in der Frühschwangerschaft bzw. die ovarielle Stimulation mit Gonadotropinen oder Clomifencitrat diskutiert, wobei der Nutzen dieser Maßnahmen bislang nicht eindeutig belegt ist. |